Die Jedesheimer Schule


Altbürgermeister Valentin Mayer berichtet:


Um das Jahr 1787 unterrichtete der Schulmeister Thadä Schwald die Schüler in seinem eigenen Haus in der Kirchenstraße 33.
1788 erbaute er im Oberen Pfarrgarten – dort, wo jetzt das Jugendheim steht - ein Haus mit einem für Schulzwecke geeigneten, größeren Raum. Dafür erhielt er aus Mitteln der Kirchenstiftung ein Baudarlehen von 250 Gulden.
1795 wurde in Bayern die „Normalschule“ eingeführt. In Bayern wurde dann im Jahre 1802 die Schulpflicht für die Werktagsschule für Kinder von 6 bis 12 Jahre und die Sonntagsschule für Kinder von 12 bis 18 Jahre eingeführt. 1811 wurde die Obrigkeit beschlossen.
Im Jahre 1809 erwarb die Gemeinde vom Kronenwirt Ignaz Fischer, Bayernstraße 12, der auch Besitzer des Jenuweinschen Feldlehens in der Bayernstraße 21 war, einen Bauplatz für die geplante neue Schule.
Im Jahre 1809 wurde die erste gemeindliche Schule darauf errichtet. Die Baukosten betrugen 1.500 Gulden.
1895 wurde das zur Schule gehörende Wohnhaus mit Ökonomiegebäude, in dem der Lehrer wohnte, abgebrochen, der Platz an die Kirchenstiftung verkauft und auf dem Schulgelände ein eigenes Lehrerwohnhaus erbaut. Dieses Haus wurde beim Umbau der Schule 2002 durch die Stadt Illertissen für Schulzwecke umgebaut.
Die Kosten für den Bau des Lehrerhauses betrugen damals 9 900 RM. 1909 wurde die alte Schule abgebrochen und an gleicher Stelle ein Schulhaus mit 2 Schulsälen errichtet. Die Pläne fertigte der Amtstechniker Böhner. Es erforderte einen Kostenaufwand von insgesamt 16 000 RM.
Im Dachgeschoss wurden Räume für die Gemeindeverwaltung untergebracht. Dort fanden auch die Standesamtlichen Trauungen statt. 1938 wurde dort auch der Kindergarten untergebracht.
Im Jahre 1947 wurde wegen der durch das Kommen der Heimatvertriebenen bedingten größeren Schülerzahl ein dritter Schulsaal eingebaut. Eine Vergrößerung der Schule wurde immer dringender.
Auf einer Bürgerversammlung im Jahre 1952 gaben die Bürger grünes Licht für einen Neubau, der mit der Erhöhung der Grundsteuer A und B finanziert werden sollte.
Am 4.10.1953 wurde nach Plänen des Kreisbaumeisters Körner die aufgestockte Schule eingeweiht. Die Schüler erhielten dabei von der Gemeinde eine Wurst und Wecken.
1953 wird von Josef Vogt, Bayernstraße 21, ein Platz als Pausenhof und Spielplatz erworben.
Bei der Schulreform 1967 gelang es Bürgermeister Valentin Mayer, die Regierung durch das energische Vortragen glaubhafter Argumente dahingehend zu überzeugen, dass die bereits beschlossene Schließung der Grundschule wieder zurückgenommen wurde.
Die Jedesheimer Grundschule blieb erhalten.
Vor der Eingemeindung nach Illertissen im Jahre 1978 wurden die Schulgebäude grundlegend renoviert und die Schule in einem guten Zustand übergeben. Im Eingliederungsvertrag von 1978 hat sich die Stadt Illertissen zum Erhalt der Grundschule verpflichtet und hat diese Verpflichtung bisher einwandfrei erfüllt.
Im Jahre 2002 wurde mit einem Kostenaufwand von 2,25 Millionen DM die Grundschule grundlegend renoviert, eine Aula gebaut und das Lehrerwohnhaus für Schulzwecke umgebaut.
Es sei noch vermerkt, dass die Gemeinde Jedesheim mit dem Bau der Gemeindehalle im Jahre 1975 die dauerhafte Sicherung eines Schulturnunterrichtes in der Gemeindehalle gesichert hat.